Bewerbungstipps

Bewerbung schreiben

Die Bewerbung ist unser Aushängeschild, diese entscheidet, ob wir die Möglichkeit bekommen,
persönlich zu überzeugen, oder nicht. Daher ist es wichtig, schon schriftlich zu glänzen.

„Die“ Bewerbung gibt es allerdings nicht. So wie auch unsere Gesellschaft und unsere
Rechtschreibung sich kontinuierlich verändern, so verändert sich auch die Art des
Bewerbungsschreibens. Vor allem kommt es aber darauf an, was man mitbringt und auf
welche Stelle man sich bewirbt. Und natürlich auch, wer diese Bewerbung dann liest. Die
„perfekte“ Bewerbung besteht damit zu einem Drittel aus Formvorgaben, zu einem Drittel aus
Persönlichkeit und ein Drittel ist immer auch Glück dabei.

Das Anschreiben:

Zu Standardmerkmalen einer guten Bewerbung gehört eine lesbare Schrift in einer
angemessenen Größe.
Mit Schriftart Arial und Schriftgröße 10 kann man nichts verkehrt machen, beides ist aber
kein Muss.
Anschrift und Ansprechperson (falls bekannt) schmücken den Briefkopf. Wenn man die
Bewerbung per E-Mail versendet, sollten Firma und Adresse trotzdem aufgeführt werden
sowie auch die E-Mail Adresse, z..B.:

                                                  Firma ABC
                                                  z.Hd. Herrn Mustermann
                                                  Musterstraße 123
                                                  12345 Musterstadt

                                                  Bewerbung per E-Mail an: mustermann@firma-abc.de

Das Datum ist sehr wichtig. Hier sollte man immer darauf achten, dass die Bewerbung das
Datum vom Versendetag trägt. Das Datum schreibt man üblicherweise rechtsbündig ein paar
Zeilen unter der Anschrift. z.B.:

                                                                                                             Hamburg, den 26.05.2015

Eine Überschrift ist ein absolutes Muss und wird (wieder linksbündig) in die Zeile unter dem
Datum gesetzt. Hier ist es nicht nur wichtig zu schreiben, für was man sich bewirbt, man
sollte die Angaben aus der Anzeige genau übernehmen. Steht in der Anzeige eine Kennziffer
der Ausschreibung, sollte diese mit in die Überschrift übernommen werden. Hintergrund ist,
dass (vor allem in großen Firmen) die Post sowie die E-Mail-Post in der Zentrale oder der
Personalabteilung eingeht und in die richtige Abteilung oder an die richtige Person
weitergeleitet werden muss. Die Überschrift sollte ins Auge fallen und wird in der Regel fett
geschrieben, z.B.:

Bewerbung zum Anlagenmechaniker (KZ-4285d)
Bewerbung zur Ausbildung als Altenpflegerin
Bewerbung als Team-Assistenz

Bewirbt man sich ohne eine Jobausschreibung, sollte dies mit vermerkt werden. Bei
Initiativbewerbungen kann man sich auch ohne Stellen-/Berufsbezeichnung bewerben, man
sollte sein Anliegen aber klar im Anschreiben darlegen. Ausbildungsbewerbungen können
auch initiativ erfolgen, hier braucht man das aber nicht unbedingt zu schreiben. Allgemein
gilt: Initiative wird positiv gewertet und zeigt großes Interesse, z.B.:

Initiativbewerbung als kfm. Fachkraft
Initiativbewerbung

Die Anrede wird mit einer Leerzeile nach der Überschrift gesetzt. Es ist immer von Vorteil,
wenn man den Namen der Ansprechperson hat und diesen verwendet. Ist die Ansprechperson
nicht bekannt, benutzt man die allgemein gültige Anrede, z.B.:

Sehr geehrte Frau Zimmer,
Sehr geehrter Herr Dr. Raum,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Auch der erste Abschnitt folgt einer Norm und fängt immer mit kleinem Buchstaben an, weil
er zum Satz der Anrede gehört. Hier sollte man reinschreiben, was der Grund für dieses
Schreiben ist, also „hiermit bewerbe ich mich“, auf was, als was und warum, z.B.:

… , hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen bei stepstone.de ausgeschriebene Stelle
als Team-Assistenz.
… , hiermit bewerbe ich mich initiativ für eine (kaufmännische) Stelle in Ihrem
Unternehmen.

Der nächste Absatz ist der wichtigste. Hier versucht man, in paar Sätzen Interesse an der
eigenen Person zu wecken, indem man seine Fähigkeiten und Vorzüge hervorhebt. Hier ist es
wichtig, darauf zu achten, dass man möglichst die Fähigkeiten erwähnt, die auch gefragt sind.
Gibt es also eine Stellenausschreibung, kann man diese als Grundlage nehmen und ihr die
entsprechenden Fähigkeiten entnehmen. Die elegantere Variante ist es, diese nicht
wortwörtlich zu übernehmen, sondern nur inhaltlich. Kommt man direkt von der Schule und
hat noch keine Berufserfahrung, ist es sehr schwer, die eigenen Fähigkeiten zu beschreiben.
Hier kann man versuchen, ähnliche Eigenschaften aus der Schul- und Freizeit oder auch
Interessen einzubringen.

Ein weiterer Absatz wird genutzt um die persönliche Eignung und die eigene Arbeitsweise zu
beschreiben. Hier gilt ebenfalls improvisieren, wenn man noch keine Arbeitserfahrung hat.

Stichpunkte:
Selbständige Arbeitsweise
Belastbarkeit
Kommunikationsfähigkeit
Teamfähigkeit
Flexibilität

Gern gesehen ist ein Absatz mit dem Grund, warum man ausgerechnet diese Firma
ausgesucht hat, und wenn man die Firma wechselt, warum man wechseln möchte. Vor allem
bei einer Initiativbewerbung sollte man diese Möglichkeit nutzen.

Ich habe mich für Ihr Unternehmen entschieden, weil ich die Zukunft in der
erneuerbaren Energie sehe und ihre positive Entwicklung mitgestalten möchte.
Ihre Firma hat mein Interesse geweckt, weil sie sich durch eine kontinuierliche
Entwicklung auszeichnet.

Stichworte für den Grund:
Neue Herausforderung
Persönliche Entwicklung
Wechseln von Schwerpunkt/Aufgaben

Ist in der Stellenausschreibung nach Gehaltsvorstellung und/oder frühestem Eintrittstermin
gefragt, gehört dies an die nächste Stelle. Gehaltsangaben werden in der Regel als
Jahresgehalt angegeben, dies wird durch p.a. (lateinisch „per anno“ – pro Jahr) angegeben.
Beim Eintrittstermin kann man ein festes Datum oder auch die Kündigungsfrist angeben. Bei
Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz entfällt dies.

Mein frühester möglicher Eintrittstermin ist der 01.06.2015 mit einer Gehaltsvorstellung
von € 25.000 p.a.. 
Meine derzeitige Kündigungsfrist beträgt 30 Tage zum Monatsende.
Gerne unterstütze ich Ihr Unternehmen zum nächstmöglichen Zeitpunkt gegen ein 
Jahresgehalt von € 32.000.

Der Schlusssatz darf nicht fehlen, in dem man um ein Vorstellungsgespräch bittet, z.B.:

Ich freue mich über ein persönliches Gespräch. 
Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch.

Und dann folgen noch der übliche Abschluss und der vollständige Name. Früher war es
üblich, die Bewerbung zu unterschreiben. Heute werden die meisten Bewerbungen per E-Mail
versendet, hier ist die Unterschrift nicht mehr notwendig. Eine Leerzeile zwischen dem Gruß
und dem Namen sollte trotzdem bleiben:

Mit freundlichen Grüßen,

Max Mustermann

Sich Ideen einzuholen und Beispiele einzusehen, ist erlaubt, jeder soll ja auch dazulernen.
Jedoch sollte man keine vorgeschriebene Bewerbung benutzen. Dass diese nämlich auf die
ausgeschriebene Stelle passt, ist unwahrscheinlich. Es empfiehlt sich, jede Bewerbung neu zu
schreiben oder zumindest anzupassen, der Empfänger soll nicht das Gefühl einer
Massenbewerbung erhalten. Und noch wichtiger ist es, das eigene Vokabular zu verwenden.
Wenn man eine 1A Bewerbung versendet, sich bei einem persönliche Gespräch aber anders
ausdrückt und die Worte, die man in der Bewerbung verwendet hat, gar nicht kennt, fällt das
negativ auf einen zurück. Ein Beispiel für eine Bewerbung ist schwer zu erstellen, denn die
wichtigen Merkmale einer Bewerbung unterscheiden sich je nach Branche und Beruf. Einem
Handwerker wird man Schreib- oder Formfehler in der Bewerbung eher verzeihen als einer
Kauffrau. Bewirbt man sich auf einen Beruf, bei dem man viel mit Menschen zu tun hat, muss
man sich schon im Anschreiben vernünftig ausdrücken und saubere Sätze bilden können.
Allgemein gesagt sollte das Anschreiben die eigene Persönlichkeit wiederspiegeln.

Und: Schreiben übt. Je mehr Bewerbungen man geschrieben hat, desto einfacher fällt es
einem mit der Zeit.