Schüler am Abend, Manager bei Nacht

Vor 2 Jahren sprach mich ein Bekannter beim Poker an, ob ich Ideen für eine Party für junge Menschen hätte und ob ich Lust hätte, diese umzusetzen.
Lust hatte ich, Ideen auch, und zwei Wochen später saß ich mit einem Model und meinem Bekannten zusammen und schmiedete erste Pläne für die Umsetzung.
Die Party, die ich auf die Beine stellte, ist für Menschen unter 35 die erste ihrer Art in der Szene. Für die jüngeren Gäste haben wir mit den Besitzern der Location stark reduzierte Preise für möglichst große Kundenorientierung ausgehandelt.
Die Getränkepreise, die in der Location sonst ungewöhnlich hoch sind, sollten gesenkt werden, um dem jüngeren Publikum noch mehr Freiheit zu bieten.
Showacts, ein guter DJ, Licht, Getränke, Securities… vor allem ein Dresscode.
Ein paar Monate später stand alles auf den Beinen.
Das Model sorgte durch ihre Internetpräsenz und Connections für genug Promotion, den Rest machten ich und ein paar Freunde mit Plakaten und Flyern, die wir in der Stadt verteilten.
Am ersten Abend kamen fast 200 Leute aus dem Nichts, obwohl wir uns als Ziel vielleicht 80 gesetzt hatten und uns bis 23 Uhr Sorgen gemacht haben, ob wir überhaupt die erreichten.
Glücklicherweise besitze ich wertvolles Hintergrundwissen über die Szene, für die die Party gemacht wird und kann Informationen geben, wo anderen die Beziehungen fehlen.
Trends, kleine Strömungen aber auch das im Vorhinein Probleme erkennen sind Fähigkeiten, die mir als Eventmanager und -berater sehr zugute kommen, aber kein Garant für meinen Erfolg sind.

Wichtig ist vor allem auf der Veranstaltung selbst Präsenz zu zeigen, Störenfriede rauszuwerfen, bevor sie zum Problem werden und in jeder Situation Ruhe zu bewahren, selbst wenn man Pärchen im eigentlich abgeschlossenen Treppenhaus findet oder sich der dritte eindeutig über 50-jährige Opa am Eingang über die Regeln beschwert.
Als die Party einige Zeit später anfing Geld abzuwerfen, hatte ich als Organisator bereits Erfahrung gesammelt, trotzdem war es ein großer Schritt in die Selbstständigkeit und die Unternehmerschaft, als ich eines Tages mit meinem Skateboard in der Handelskammer stand und meinen Schein, der mich in den Kreis der Hamburger Unternehmer erhob, unterschrieb.

Mittlerweile habe ich meine 8te Party in Planung, ein Team, auf das ich mich verlassen kann, und Stammgäste, die mir mit Stolz davon erzählen, bisher jede Party mitgemacht zu haben.
Meine Plakate hängen in Läden auf der Reeperbahn, meine Sticker und der Vorverkauf sind in etablierten Läden erhältlich.
Es ist nicht viel, was ich mit den Parties verdiene, aber es ist ein schöner Bonus dafür, dass ich die Möglichkeit habe, einer Szene etwas zurückzugeben, die mir als jungen Menschen so viel gegeben hat.
Ich bin seit über 6 Jahren Teil dieser Szene, in der meine Party stattfindet, kenne sehr viele Menschen beim Namen und bewege mich in ganz Deutschland von Stammtisch zu Stammtisch, um hier und da neue Trends zu erkennen und vielleicht etwas Neues für mich selbst und meine Party zu übernehmen.

Max Joswig

 

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